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Waldluft – Die Heilkraft der Bäume
Foto: iStock.com/oatawa

Luft
Waldluft – Die Heilkraft der Bäume

Jonathan Lang
Forstingenieur und staatlich zertifizierter Waldpädagoge

Bedeutung des Waldes
Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt in Städten, und die Urbanisierung nimmt weiter zu. Die gesundheitlichen Risiken, die mit Verkehrslärm, Umweltverschmutzung und der teils erdrückenden baulichen Umwelt einhergehen, sind laut zahlreicher Studien in Städten ausgeprägter als auf dem Land. Viele dieser Faktoren verstärken den ohnehin schon präsenten Stress im Alltagsleben.
Die WHO erklärt Stress zu einer der größten Gefahren des 21. Jahrhunderts. Dass Stress nicht nur das Immunsystem schwächt, den Blutdruck in die Höhe treibt und einen Infarkt auslösen kann sowie mit einigen Krebserkrankungen in Verbindung steht, zeigten britische Forscher in einer Studie aus dem Jahr 2017. Diese belegt, dass gestresste Menschen ein vierfaches Risiko tragen, an Leukämie zu erkranken; bezüglich Speise-
röhren- oder Prostatakrebs ist es 2,5 Mal und hinsichtlich Darmkrebs doppelt so hoch.
Im Gegensatz zu städtischen Gebieten nehmen Naturlandschaften an Bedeutung zu. Seit einigen Jahren wird das aus Japan stammende Waldbaden in der westlichen Welt zum neuen Trend. Hierzu erscheinen vermehrt Anleitungen in diversen Online-Artikeln und Büchern. Sogar zum Waldtherapeuten kann man sich ausbilden lassen. Doch was ist an diesem «fern-
östlichen» Hype dran, und ist die medizinische Wirkung des Waldes mit wissenschaftlichen Studien belegbar?

Ursprung des Waldbadens
Der Ursprung des etwas eigenwillig klingenden Begriffs «Waldbaden» ist schnell erklärt: Das Wort ist eine Übersetzung aus dem japanischen «Shinrin-yoku», was «Baden im Wald» bedeutet. Das japanische Ministerium für Landwirtschaft, Forst und Fischerei, welches diesen Begriff 1982 einführte, investierte hohe Summen in ein Forschungsprogramm mit dem Zweck, die medizinische Wirkung eines Aufenthalts im Wald nachzuweisen. Im Jahr 2007 öffnete das erste Zentrum für «Waldtherapie» seine Pforten, und fünf Jahre später boten japanische Universitäten eine fachärztliche Spezialisierung im Bereich der «Waldmedizin» an. Waldbaden ist seither fester Bestandteil ihres Lehrplans. Es trägt zu einem gesunden Lebensstil bei und ist in die staatliche Gesundheitsverordnung eingebettet. Dort gibt es den Wald auf «Rezept» – doch auch in den USA und Südkorea wird die Therapiemethode anerkannt.

 

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